Buongiorno, heute jede Menge Fotos für euch! Der Tag gestern in Venedig war einfach nur genial. Dank wunderbarem Wetter (ich bin auf der Zugfahrt mit ein paar Leuten ins Gespräch gekommen, die mir bestätigt haben, dass der Nebel für den Winter in Bologna leider völlig normal ist) die besten Voraussetzungen für einen tollen Tag, und sämtliche Erwartungen (die man bei einem Ereignis wie dem Carnevale zwangsläufig hat) wurden übertroffen. Ein wenig Sightseeing war auch noch mit dabei, die Mosaiken in der Basilica di San Marco einfach Wahnsinn, aber aufgrund der Menschenmengen keinerlei Fotos möglich. Für den Campanile, Dogenpalast, Fahrt auf dem Kanal, um die Palazzi zu bewundern, leider keine Zeit ... wir waren ja auch wegen was ganz anderem gekommen. Der Carnevale ist genauso wunderschön, wie ich ihn mir vorgestellt hatte, und er hat zum Glück immer noch rein gar nichts mit der deutschen feucht-fröhlichen Karnevalslaune zu tun, die mir so zuwider ist. Trotz der unglaublichen Menschenmengen ist die Stimmung keineswegs ausgelassen, sondern eher ernst, wehmütig, melancholisch. Die Kostüme und Masken sind unglaublich schön und zum Großteil sehr traurig. Sagenhaft sind auch die Geschäfte, die Masken in allen Varianten und Preisklassen verkaufen - ich hätte stundenlang drin rumstöbern können. Leider darf man in den wenigsten Läden Fotos machen. Ich habe mich eher fernab der Menschenmassen an der Rialto-Brücke (die ich - Banause - sowieso wenig sehenswert finde) und in der Piazza San Marco gehalten und habe mich eher in den Seitengassen verloren (ja, das passiert durchaus ... aber man landet immer wieder am Gran Canale). Und hier, in den schmalen Seitengassen entlang der Kanäle, entdeckt man das wahre Venedig, dass sehr schön ist, aber doch eine eigenartige Atmosphäre hat. Und zu dieser ganz eigenen Stimmung passt es wunderbar, wenn man hinter einer Hausecke plötzlich auf zwei wunderbar maskierte Venezianer trifft, oder wenn in einem kleinen Campo ein Kostümierter völlig weltentrückt eine traurige Melodie auf der Gitarre spielt - oder aber auch eine Gruppe weißbezopfter Höflinge, die zu plötzlich erschallender Disco-Musik zu tanzen anfängt! Kein Bild vermag diese Atmosphäre einzufangen, so etwas habe ich bisher nirgends erlebt, dass eine ganze Stadt eine solche wehmütige und melancholische Stimmung ausstrahlt, die trotz des Menschenandrangs erhalten bleibt.

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