Dienstag, 03. April: Fangen wir direkt vor der Haustür an – natürlich musste ich meinen Eltern Bologna genauer zeigen, jetzt wo ich so ziemlich alle schönen Ecken kennengelernt habe. Wir haben weitaus mehr angeschaut, aber irgendwann wird sogar mein Papa des Fotografierens müde.
Das auffälligste Merkmal des Palazzo del Podestà ist die Torre dell’Arengo aus dem 13. Jahrhundert, welche den ältesten Teil des Gebäudes bildet. Bei großen Ereignissen ertönt der Campanazzo, die riesige Glocke, die seit 1453 im Turm hängt. Die Originalfront wurde abgerissen und durch die heute bestehende Renaissance-Fassade von 1485 ersetzt.
Die Fontana del Nettuno, das Meisterwerk Giambolognas von 1563-66. Wie schon mal beschrieben repräsentieren die Cheruben die vier Winde und die Sirenen die vier damals bekannten Kontinente.
Was natürlich nicht fehlen darf: die Geschlechtertürme. Die berühmtesten von über hundert solcher Türme, die im Mittelalter in Bolognas Zentrum standen, sind ein Wahrzeichen der Stadt. Sie waren anfänglich militärische Bauten und Wachttürme, wurden aber mit der Zeit ein Statussymbol. Die Torre degli Asinelli wurde 1109-19 von dem ghibellinischen Adeligen Gherardo Asinelli erbaut. Der Turm überstand Erdbeben und Feuer und diente als Gefängnis. Trotz einer Neigung von 2.25m ist der 97,2m hohe Turm weiterhin besteigbar und bietet bei gutem Wetter eine tolle Aussicht über Bologna und das Apennin in Richtung Florenz. Im Mittelalter befand sich unter den Arkaden der “mercato di mezzo”, heute sind dort wieder Handwerksstätten untergebracht. Die in etwa gleich alte Torre Garisenda wurde von den ghibellinischen Adeligen Filippo und Aldo Garisendi erbaut. Sie wird sogar in Dante’s “Divina Commedia” in den Versen 136-138 des XXXI. Gesangs der Hölle erwähnt, der sie mit der Gestalt des gebeugten Riesen Antaeus vergleicht: “Qual pare a riguardar la Garisenda sotto’l chinata quando un nuovol vada sovr’essa sì, che ella incontro penda; tal parve Anteno a me che stava a bada di vederlo chinare, e futal ora chi avrei voluto ir per altra strada.” Aufgrund der Neigung von 3,22m ist der heute 48m hohe Turm nicht mehr zu besteigen, und ein Sockel aus Selenitsteinen ist heute die Basis für den Backsteinturm.

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